Bilanz der ersten Amtszeit

Umwelt, Klima & Nachhaltigkeit

Klimaschutzkonzept und Wärmeplanung steuern die Energiewende vor Ort, und der Stadtwald wird für künftige Generationen erhalten.

01

Klimaschutzkonzept der Stadt Wertheim

Mit dem integrierten Klimaschutzkonzept hat Wertheim einen verbindlichen Fahrplan für den kommunalen Klimaschutz geschaffen. Die Stadt hat sich dabei konkrete Ziele gesetzt: Bis 2040 soll Wertheim klimaneutral werden, die Stadtverwaltung bereits bis 2035. Das Konzept umfasst zahlreiche Maßnahmen von Energieeinsparung und erneuerbaren Energien über klimafreundliche Mobilität bis hin zu Gebäuden und Stadtplanung. Mit dem Beschluss des Gemeinderates im Jahr 2025 wurde die Grundlage für die schrittweise Umsetzung dieser Ziele geschaffen.

02

Ökologisches Refugium am Reinhardshof

Die Entwicklung des Reinhardshofs war über viele Jahre umstritten. Auf Initiative der Stadt wurde deshalb ein Runder Tisch eingerichtet, an dem Umweltverbände, Verwaltung, Ehrenamtliche und weitere Beteiligte gemeinsam Lösungen erarbeiteten. Das Ergebnis ist ein dauerhafter Kompromiss: Mindestens 20 Hektar besonders wertvoller Flächen bleiben dauerhaft der schützenswerten Tier- und Pflanzenwelt vorbehalten. Mit Unterstützung des NABU Wertheim und großem ehrenamtlichem Engagement bleibt der Reinhardshof damit ein wichtiger Rückzugsraum für die Natur.

03

Kommunale Wärmeplanung

Als eine der ersten Kommunen in Baden-Württemberg hat Wertheim die kommunale Wärmeplanung abgeschlossen. Sie zeigt, wie die Wärmeversorgung in den einzelnen Stadtteilen und Ortschaften langfristig klimafreundlicher gestaltet werden kann. Die vom Gemeinderat priorisierten Maßnahmen schaffen Orientierung für die nächsten Jahre und bilden eine wichtige Grundlage für den schrittweisen Übergang zu einer Wärmeversorgung mit weniger fossilen Energieträgern.

04

Nachhaltige Stadtwerke Wertheim

Die Stadtwerke Wertheim haben ihr Unternehmen und ihr Energieangebot in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt nachhaltiger ausgerichtet. Seit 2022 arbeiten sie mit dem europäischen Umweltmanagementsystem EMAS und werden regelmäßig extern geprüft. Eine eigene Dekarbonisierungs-Roadmap gibt den Weg für die künftige Energieversorgung vor. Seit 2021 nutzen die Stadtwerke selbst Ökostrom, seit 2025 werden auch alle Privatkunden ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien beliefert. Die erneute EMAS-Revalidierung im Jahr 2026 gilt bis 2029.

05

Kommunales Energiemanagement

Mit dem Aufbau eines kommunalen Energiemanagements hat die Stadt den Energieverbrauch ihrer eigenen Gebäude systematisch in den Blick genommen. Energieverbräuche und Kosten werden erfasst, ausgewertet und über mehrere Jahre verglichen. Dafür wurde das Energiemanagement organisatorisch ausgebaut und eine eigene Stelle für kommunales Energiemanagement geschaffen. Die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für gezielte Investitionen in Energieeffizienz, Photovoltaik, Gebäudesanierung und weitere Klimaschutzmaßnahmen.

06

Photovoltaik auf städtischen Gebäuden

Die Stadt hat den Ausbau von Photovoltaik auf eigenen Gebäuden in den vergangenen Jahren deutlich vorangetrieben. Seit 2022 wurden unter anderem auf der Wildbachhalle in Nassig, dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, der Mensa und dem Gemeinschaftszentrum auf dem Wartberg sowie den Grundschulen und Kindergärten in Bestenheid, Lindelbach und Kembach neue Anlagen installiert. Insgesamt kamen dabei rund 184 kWp Leistung hinzu. Allein diese Anlagen erzeugten 2024 rund 134.000 Kilowattstunden Solarstrom.

07

Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt

Die Stadt hat die Straßenbeleuchtung in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt auf energieeffiziente LED-Technik umgestellt. Erste größere Teilbereiche wurden bereits 2020 und 2021 umgerüstet, weitere folgten unter anderem 2023 in Wertheim, Eichel und Mondfeld. Die flächendeckende Umrüstung wird weitergeführt: Für die verbleibenden 2.211 Leuchten werden künftig rund 530.000 Kilowattstunden Strom und 231 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart.

08

Nahwärmeversorgung für Waldenhausen

Mit der zentralen Nahwärmeversorgung im Baugebiet „Nördlicher Felderflur“ wurde in Waldenhausen ein wichtiger Schritt hin zu einer klimafreundlicheren Wärmeversorgung gemacht. Die Stadt hat gemeinsam mit den Stadtwerken dafür ein Nahwärmenetz aufgebaut und die Nutzung im neuen Baugebiet verbindlich geregelt. Das Netz schafft zugleich die Grundlage für eine mögliche Erweiterung der Nahwärmeversorgung auf weitere Bereiche der Ortschaft.

09

Grüner Wasserstoff am Almosenberg

Gemeinsam mit den Stadtwerken Wertheim verfolgt die Stadt das Ziel, grünen Wasserstoff aus erneuerbarem Strom zu erzeugen und für Industrie, Mobilität und Wärmeversorgung nutzbar zu machen. Für den Standort Almosenberg wurde eine Förderzusage des Landes Baden-Württemberg über 9 Millionen Euro erreicht. Dort soll der erste Wasserstoff-Elektrolyseur im Main-Tauber-Kreis entstehen. Die bei der Produktion entstehende Abwärme soll künftig für Wärmenetze genutzt werden.

10

Starkregenrisikomanagement

Mit dem Starkregenrisikomanagement hat die Stadt Wertheim die Gefahren durch Starkregen systematisch untersuchen und konkrete Maßnahmen zur Vorsorge entwickeln lassen. Für die gesamte Gemarkung wurden Starkregengefahrenkarten erstellt, die zeigen, wo bei seltenen, außergewöhnlichen und extremen Regenereignissen Überflutungen drohen. Auf dieser Grundlage wurde ein Handlungskonzept erarbeitet, das künftig bei Bau- und Infrastrukturprojekten sowie im Krisenmanagement berücksichtigt wird. Der Gemeinderat hat sich 2025 zur Umsetzung des Konzepts bekannt.

11

Lärmaktionsplanung in vierter Stufe

Mit der Lärmaktionsplanung der vierten Stufe hat die Stadt Wertheim den Schutz vor Verkehrslärm weiter konkretisiert. Auf Grundlage der aktuellen Lärmkartierung wurden besonders belastete Bereiche untersucht und Maßnahmen zur Lärmminderung festgelegt. Nach öffentlicher Beteiligung wurde der Lärmaktionsplan 2025 vom Gemeinderat beschlossen. Ein großer Teil der darin vorgesehenen Maßnahmen wurde inzwischen bereits umgesetzt.

12

Stadtwald an den Klimawandel angepasst

Der Stadtwald Wertheim wird Schritt für Schritt an die veränderten klimatischen Bedingungen angepasst. Auf rund 1.688 Hektar werden weniger widerstandsfähige Waldbestände zu stabilen Mischwäldern weiterentwickelt und klimaresiliente Baumarten gefördert. Gleichzeitig setzt die Stadt auf natürliche Verjüngung, naturnahe Waldwirtschaft und vielfältige Waldstrukturen. Damit wird der Stadtwald widerstandsfähiger gegen Hitze, Trockenheit und Schädlinge und bleibt zugleich wichtiger Lebensraum, CO₂-Speicher und Erholungsraum.

13

Biologische Vielfalt

Wertheim ist 2019 dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ beigetreten und hat damit den Schutz der Artenvielfalt stärker in der Stadtentwicklung verankert. Mit „StadtGrün naturnah“, naturnaher Grünflächenpflege, verbindlichen Biodiversitätsmaßnahmen in neuen Baugebieten und dem Umweltförderkatalog wurden konkrete Instrumente geschaffen. 2021 wurde Wertheim erstmals mit dem Label „StadtGrün naturnah“ in Bronze ausgezeichnet und 2025 erneut zertifiziert. Damit wird der Schutz der biologischen Vielfalt auch im Alltag der Stadt sichtbar.

14

Biotopverbundplanung für ganz Wertheim

Mit der kommunalen Biotopverbundplanung hat die Stadt für das gesamte Wertheimer Stadtgebiet eine konkrete Grundlage geschaffen, um Lebensräume für Tiere und Pflanzen besser miteinander zu vernetzen und dauerhaft zu sichern. Dafür wurden wertvolle Kernflächen, Trittsteinbiotope und Verbundachsen erfasst und insgesamt 27 konkrete Maßnahmen entwickelt. Erste Pilotmaßnahmen in Urphar wurden bereits umgesetzt. Die Planung wird künftig bei städtischen Vorhaben berücksichtigt und Schritt für Schritt weiter umgesetzt.

15

Zukunftsfähige Klärschlammverwertung

Gemeinsam mit Kommunen aus dem Main-Tauber-Kreis hat Wertheim eine zukunftssichere Lösung für die Verwertung von Klärschlamm auf den Weg gebracht. 2025 wurde dafür der Zweckverband Klärschlammverwertung Main-Tauber-Aisch gegründet. Ziel ist eine hochwertige und umweltgerechte Verwertung des Klärschlamms sowie die Rückgewinnung des wertvollen Rohstoffs Phosphor. Damit wird ein wichtiger Beitrag zu Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Ressourcennutzung geleistet.

16

Neue Burgbeleuchtung – sicherer, energiesparender und naturverträglicher

Im Jahr 2026 wurde die neue Beleuchtung der Wertheimer Burg in Betrieb genommen. Die moderne LED-Technik reduziert den Stromverbrauch der Burgbeleuchtung um 75 Prozent. Eine tageslichtabhängige Steuerung passt die Beleuchtung an die Umgebungshelligkeit an und warm abgestimmte, insektenfreundliche Leuchten reduzieren die Auswirkungen auf die Natur. Gleichzeitig sorgt eine neue Sicherheits- und Veranstaltungsbeleuchtung für einen zeitgemäßen und sicheren Betrieb der Burg.

17

Wertheim Fairtrade-Stadt

Seit 2019 ist Wertheim offiziell Fairtrade-Stadt. Gemeinsam mit einer lokalen Steuerungsgruppe wurde der faire Handel seitdem stärker in der Stadtgesellschaft verankert. Geschäfte, Gastronomiebetriebe, Schulen, Vereine, Kirchengemeinden und inzwischen auch Unternehmen und die Stadtwerke beteiligen sich an der Initiative. Mit Informationsveranstaltungen, Bildungsangeboten und Aktionen wird für fair gehandelte Produkte und gerechtere Lieferketten sensibilisiert. Die Auszeichnung wurde 2021 und 2023 erfolgreich erneuert.

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